Der Entschuldigungskanzler

Auch Armin Laschet soll in seinem 2009 erschienen Buch abgeschrieben haben. Was sagt das über seine Kanzlerfähigkeit aus?

Der nächste Plagiatsskandal? CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet soll laut dem Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder in seinem 2009 erschienenen Buch „Die Aufsteigerrepublik – Zuwanderung als Chance“ abgeschrieben haben. Wenige Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls veröffentlichte Laschet ein Statement, in dem er von „offenkundigen Fehlern“ sprach, bei dem plagiierten Autor um Entschuldigung bat und eine weitere Prüfung seines Buches ankündigte.

Damit hat Laschet seiner Konkurrentin von den Grünen, Annalena Baerbock, zumindest eines voraus: ein Kampagnenteam, das Krisenkommunikation beherrscht. Während sich Team Baerbock einen wochenlangen Kleinkrieg mit der Presse inklusive Sexismusvorwürfen lieferte, tat Laschet den anbahnenden Skandal mit seinem sofortigen Schuldeingeständnis ab und erstickte ihn so im Keim.

Was ebenso durch eine Entschuldigung im Keim erstickt werden sollte, aber trotzdem im Halse stecken blieb, war Laschets Lachen im Hintergrund von Frank-Walter Steinmeier, als dieser die Flutopfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bedauerte und deren Angehörigen sein Beileid aussprach. Da half dann auch kein Bedauern und keine Entschuldigung mehr: Laschets Beliebtheitswerte fielen in den Keller.

So kann selbst ein gutes Kampagnenteam einem Kandidaten, der in so gut wie jedes denkbare Fettnäpfchen tritt, nicht immer verlässlich den Rücken stärken. Und obwohl Laschets Kampagnenteam seine Fehltritte so gut wie möglich zu kaschieren versucht, stellt sich schlussendlich doch die Frage: Kann ein Mann, der sich nur entschuldigt und keine eigenen Akzente setzt, wirklich Kanzler?


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