Keine eSport-Förderung – Die AnaloGroko

Einmal mehr beweist die Große Koalition, dass ihre Politik keine Lösungen für die Themen des digitalen Zeitalters parat hat. Es geht um eSport. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Koalition in der laufenden Legislatur keine Maßnahmen zu dessen Förderung ergreifen will.

Ein kurzer Abriss zur Situation des eSports: Anders als „normale“ Sportvereine ist der eSport nicht gemeinnützig im Sinne der Abgabenordnung. Dagegen gilt jedoch Schach(!) ausdrücklich als Sport. Der Bundesfinanzhof hat bis heute in ständiger Rechtsprechung entschieden, dass eSport keine Gemeinnützigkeit genießt. Es bedarf also einer gesetzlichen Regelung.

eSport ist – gerade in Pandemiezeiten, aber auch sonst – ein Hobby (und für einige deutlich mehr) des 21. Jahrhunderts und kein bloßes „Daddeln“. Die Athlet:innen sitzen oft über Stunden konzentriert vor dem Bildschirm, bringen dort Höchstleistungen. Die körperliche Anstrengung kann durchaus mit anderen Sportarten verglichen werden – gerade, wenn man auch die mentale Anstrengung einbezieht, die beim Schach schließlich auch zählt.

Anders als der DOSB zu differenzieren versucht, braucht es hier auch keine Differenzierung danach, ob Sportsimulationen oder andere Spiele gespielt werden. Von den erforderlichen physisch-mentalen Fähigkeiten her ist es ziemlich unerheblich, ob FIFA, NBA2k oder Counterstrike gespielt wird. Auch der Jugendschutz muss bei dieser Bewertung eine untergeordnete Rolle spielen – Wrestling- oder MMA-Kämpfe sind genauso wie das Sportschießen schließlich auch unbestritten und zurecht Sportarten.

Vor einigen Monaten hat Lea das Thema bereits ausführlich unter dem Titel „Der Sport der nächsten Generation“ in unserem Blog aufgegriffen – klare Leseempfehlung!

Als Fazit bleibt: Die Bundesregierung muss sich bewegen. Es sind wenige Worte in der Abgabenordnung, die den vielen eSportler:innen im Land die organisierte Ausübung ihres Hobbys bedeutend vereinfachen würden. Es bleibt zu hoffen, dass es ab dem nächsten Herbst eine Regierung gibt, die sich diesem Thema annimmt.


Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Newsletter keepitliberal.de – die Woche. Meldet euch für unseren Newsletter an und lest meint! exklusiv schon am Samstag – direkt in eurer Inbox.

keepitliberal.de - die Woche!

Meldet euch für unseren Newsletter an, um keinen Artikel zu verpassen. Jeden Samstag gibt es ein Update mit den neuesten Artikeln, Insights und Hinweisen aus der Redaktion - direkt in euer E-Mail-Postfach. Der perfekte Wochenüberblick in drei Minuten Lesezeit.

Abonniere unseren Newsletter und schließe dich 205 anderen Abonnenten an.
Redakteur | Co-Founder